Mietwagen in Namibia, Geländewagen oder Polo

Um Namibia zu bereisen gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten.
Entweder man schließt sich einer Reisegruppe an oder man nimmt einen Mietwagen.
Öffentlichen Verkehr, Bahn oder Überlandbusse gibt es so in Namibia nicht.

Welchen Mietwagen nimmt man für eine Namibia Rundreise?

Die Frage welchen Mietwagen wir für unsere Namibia Rundreise nehmen sollen hat mich länger beschäftigt.
Um es mal vorweg zu nehmen, die meisten die wir im unserem Urlaub gesehen haben, hatten einen Geländewagen als Mietwagen.


Die Preise für einen Leihwagen in Namibia sind relativ hoch. Im Vergleich zu anderen Urlaubszielen muss man fast mit dem doppelten rechnen. Ein grosse Ausnahmen bei den Mietwagenpreisen macht da Kuba.
Im Nachhinein kann man aber verstehen warum das in Namibia so ist. Zum einen sind wohl die Versicherungen für den Vermieter recht teuer weil viele Unfälle passieren. Zum anderen sind die Strassenverhältnisse ja nicht mit Europa oder auch den meisten anderen Urlaubszielen zu vergleichen. Wir sind mit unserem Mietwagen so ca. 70-80 % auf unbefestigten Strassen gefahren. Obwohl manche recht gut sind, gibt es auch immer wieder Teilstrecken die extrem schlecht zu befahren sind, mit wildester Waschbrettpiste. Das da wahrscheinlich ein normaler Mietwagen nicht länger als höchstens 3-4 Jahre lebt, wenn überhaupt, ist nicht verwunderlich.

Die Sache der Mietwagenwahl hängt auch noch von verschiedenen anderen Faktoren ab. Jahreszeit, Regenzeit, Trockenzeit.
In der Regenzeit wird es ohne Geländewagen schwierig bzw. man kann nur ganz bestimmte Stecken fahren. Ein weiterer Faktor ist die Anzahl der Leute und natürlich wohin man will bzw. welche Strecken man fahren will. Schlussendlich hängt natürlich auch alles davon ab wie viel Geld man ausgeben möchte, bzw. man für seine Urlaubsplanung hat.
Wir waren auf unsere Rundreise am Ende der Trockenzeit unterwegs und mehr oder weniger auf einer Standardroute.
Ich habe mich auch in entsprechenden Foren kundig gemacht und da wurde mir gesagt, dass für die von uns geplante Route in unserer Jahreszeit kein Geländewagen nötig ist.

Unsere Wahl für den Mietwagen

Folgende Darstellung gilt für unseren Fall, 2 Personen, Fahrt in der Trockenzeit.
Nach Schauen und Vergleichen der Anbieter habe ich mich für die günstigste Lösung entschieden, und zwar einen Polo zum mieten. Ich hatte auch noch andere Mietwagen im Augenschein aber für zwei Personen ist der völlig ausreichend.


Ich hatte auch nach einem SUV als Mietwagen geschaut aber die liegen Preislich bei ungefähr dem doppelten. Im Endeffekt sitzt man auch nicht wesentlich höher. Ich habe euch keine Vermieter für kleinere SUV gefunden wie Suzuki oder Daewoo wie wir in Costa Rica hatten. Es ging los mit dem Renault (ist bei uns der Dacia) der aber preislich z.B. gleich mit einem VW Tiguan war.
Unser Polo hat mit praktisch allen Versicherungen, und auch ohne Selbstbeteiligung, ca. 400 Euro gekostet. Ein SUV war so ab 800 Euro zu bekommen. Ein richtiger Geländewagen mit Dachzelt liegt so bei 1500 Euro

Wenn man mehrere Personen, so vielleicht 5-6, ist kann man auch einen Kleinbus mieten. Wir haben einige mit VW Bussen gesehen. Da sitzt man sehr gut und bequem und ist auch schon praktisch so hoch wie ein Geländewagen. Die Preise bewegen sich aber auch auf dem Niveau eines Geländewagen.

Mit einem Geländewagen kann man evtl. etwas schneller fahren, vor allem bei schlechten Strassenverhältnissen. Sitzt auch etwas höher, bei den Pickups.

Kostenvergleich Polo mit Übernachtung in Lodges VS Geländewagen mit Dachzelt

Ein Geländewagen mit Dachzelt kostet für 14 Tage so ca. 1.500 Euro. Dazu kommen noch die Campingplatzgebühren von ungefähr 500 Euro für 14 Nächte.
Das sind dann ungefähr 2000 Euro die man rechnen muss. Das ist aber ohne jegliche Verpflegung. Man muss da noch mindestens das Frühstück dazu rechnen was in den Lodges im Preis mit inbegriffen ist.
Wir hatten bei unserem Aufenthalt in Namibia etwas mehr als 1400 Euro Kosten für die Unterkunft, immer mit Frühstück und teilweise auch mit Abendessen. Wenn man dann noch die 400 Euro für unseren Polo dazu rechnet kommt man auf 1800 Euro.
Mit dem geringeren Spritverbrauch haben wir mindestens 300 eher 400 Euro gespart im Vergleich zum Camping.
Wenn man das jetzt mal von der ökonomischen Seite aus betrachtet rentiert sich das mit dem Geländewagen und Campen eher nur bei 4 Personen. Dann teilt sich ja das teurere Auto durch 4 und ein weiteres Dachzelt kostet nur unwesentlich mehr.
In diesem Fall könnte man dann vielleicht pro Paar auf 1300 Euro Kosten kommen statt den 1800 Euro die wir hatten. Da fehlt aber noch die Verpflegung.

Höhe für den besseren Ausblick?

Die meisten Wasserlöcher im Etosha Nationalpark liegen erhöht. Bei ein paar ganz wenigen ist evtl. ein höherer Sitz besser oder man sieht vielleicht unterwegs was.
Man nimmt aber mit dem Preisunterschied dann vielleicht lieber eine geführte Tour, kostet in Etoscha 500 $ (ca. 32 Euro) p.P. und dauert 3 Stunden. Bei unserer Berechnung oben haben wir gut 300 Euro, die man in 5 geführte Ausflüge für jeweils 2 Personen investieren kann.


Also wie schon gesagt benötigt man für die meisten Wasserlöcher im Etosha keinen erhöhten Sitzplatz, es waren nur zwei oder drei, da war aber bei uns eh nichts los. Für die anderen ist das nicht nötig.
Vielleicht ist es noch von Vorteil wenn man zufällig in der Steppe oder im Busch ein Tier sieht. Dann bringt der erhöhte Sitzplatz evtl. etwas.